Digitale Farb-Fotografie

DFF - Digitale Farb-Fotografie

Available Light

Grundlagen

Available Light (engl. verfügbares Licht, vorhandenes Licht) bedeutet, dass für die Aufnahme trotz ungünstiger Lichtverhältnisse nur mit den ohnehin vorhandenen Lichtquellen am Aufnahmeort, dem vorhandenen Licht, gearbeitet und auf zusätzliche Beleuchtung wie z.B. Blitzlicht verzichtet wird.

Available-Light-Aufnahmen können sich aus ästhetischen oder künstlerischen Entscheidungen ergeben oder durch die Umstände erzwungen werden, etwa weil sich zusätzliche Beleuchtung am Aufnahmeort störend auswirken würde. Die Available-Light-Fotografie ist besonders geeignet, um die Lichtstimmung eines Motivs authentisch wiederzugeben und zeigen besonders schön die Lichtstimmung der Aufnahmesituation.

Im Gegensatz zur Nachtfotografie wird bei der Available-Light-Fotografie häufig auf ein Stativ verzichtet. Es werden besonders lichtstarke Objektive eingesetzt. Trotzdem führen die verhältnismäßig langen Belichtungszeiten zu Problemen, die Laien oft überfordern: Das Verwackeln lässt sich zwar durch Auflage der Kamera vermeiden, ungewollte Bewegungsunschärfe bleibt jedoch als weitere Schwierigkeit. Zusätzliche Probleme, deren Bewältigung vom Fotografen einiges an Kenntnis und Geschick verlangt, um zu qualitativ befriedigenden Ergebnissen zu kommen, sind hoher Kontrastumfang sowie Mischlicht, bedingt durch Lichtquellen verschiedener Farbtemperatur.

Belichtungseinstellungen

Die nachfolgenden Ausführungen beziehen sich auf eine digitale Spiegelreflexkamera, die Canon EOS 20D. Sie sind aber sinngemäß auf jede andere Kamera mit entsprechenden technischen Möglichkeiten anwendbar.

1. Bildformat "RAW" einstellen

Beim RAW-Format hat man den Vorteil, dass man die Belichtungskorrektur an der Kamera um bis zu 2 Blendenstufen auf Unterbelichtung einstellen kann. Bei der RAW-Entwicklung (z.B. mit dem Canon EOS Viewer Utility) kann diese Korrektur verlustfrei wieder zurückgenommen werden.

2. ISO 800 oder 1600 einstellen

Der ISO-Wert sollte so hoch wie möglich eingestellt werden. Auch dies verkürzt dramatisch die Belichtungszeit. Möglicherweise kommt es (besonders bei warmer Umgebung) zu erhöhtem Bildrauschen. Die kann aber z.B. mit NeatImage sehr gut beseitigt werden.

Ein Beispiel: Bei ISO 100 und Blende 2,8 sei eine Belichtungszeit von 1/30 s möglich. Das ergibt dann bei ISO 200 und gleicher Blende schon eine 1/60 s, bei ISO 400 eine 1/125 s und bei ISO 800 1/250 s. Wenn man keine kürzestmögliche Belichtungszeit benötigt, kann man anstelle der Verringerung der Belichtungszeit bei gleicher Belichtung des Bildes auch um eine Blendenstufe weiter abblenden. Das kommt dann einerseits der Tiefenschärfe zugute und zudem haben alle Objektive bei Abblendung eine bessere Abbildungsleistung.

3. Tv-Modus benutzen

Im Tv-Modus kann man die Belichtungszeit vorwählen, die Kameraautomatik stellt dazu die entsprechende Blende ein. Wenn man eine Belichtungszeit von 1/125 s wählt, ist man bei Objektiven mit einer Brennweite bis zu ca. 50 mm auf der sicheren Seite. Bei größeren Brennweiten sollte man entsprechend kürzere Belichtungszeiten einstellen.

Fazit

Auf die oben beschriebene Weise kommt man mit der entsprechenden Kameratechnik zu hervorragenden Available-Light-Fotos. Die Lichtstimmung der jeweiligen Location bleibt erhalten, im Gegensatz zu geblitzten Bildern, die oft flach wirken.